Bibliothekarisches Glossar

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Outsourcing

Die Vielzahl an Aufgaben einer Bibliothek hat es erforderlich gemacht, bestimmte Teilaufgaben an andere Dienstleister zu übertragen.
Kontext: Organisation und Konzeption

Contracting-Out

Vergabe der Leistungserbringung an eine dritte Stelle, wobei die politische Verantwortung bei der öffentlichen Verwaltung bleibt, im Unterschied zum Outsourcing: der Vergabe von Teilleistungen für externe Produkte oder die Erbringung interner Serviceleistungen (Erstellung interner Produkte).
29.04.2002Carlin
Siehe auch: Outsourcing


Insourcing

Gegenteil von Outsourcing, d.h. eigene Herstellung von Gütern oder Dienstleistung statt bisher Einkauf entsprechender Fremdleistungen.
29.04.2002Carlin
Siehe auch: Outsourcing


Outsourcing

Beschaffung von Vorleistungen von Dritten (Gütern oder Dienstleistungen) statt eigener Herstellung und damit Reduzierung der Fertigungstiefe (= Leistungstiefe) und Konzentration auf das Kerngeschäft. Möglich vor allem bei der Erstellung interner Produkte (Wahrnehmung mittelbarer Aufgaben), z.B. Druck, Transport, IT-Ausstattung, Wartung und Anwenderunterstützung, Liegenschaftsmanagement (Facility Management). Es wird nicht das Kerngeschäft / die öffentliche Aufgabe selbst abgegeben. Abgrenzung zu Contracting Out: Die Dienstleistung wird noch von der öffentlichen Verwaltung selbst erbracht, nur Teilleistungen werden eingekauft. Beim Contracting Out dagegen wird die Dienstleistung auf einen anderen Anbieter übertragen, die Verantwortung bleibt aber bei der öff. Verwaltung. Abgrenzung zur Privatisierung: Die Übertragung der gesamten öffentlichen Dienstleistung (des externen Produkts) auf einen privaten Träger wird üblicherweise nicht mehr als Outsourcing, sondern als Privatisierung bezeichnet. Auch kann Outsourcing auf einen öffentlichen Träger erfolgen (z.B. Übertragung der Beschaffung auf das Beschaffungsamt des BMI): entscheidend ist die Verlagerung nach außen.
06.05.2002Carlin
Siehe auch: Contracting-Out, Privatisierung, Single Sourcing, Insourcing


Privatisierung

1. materielle P.: die öffentliche Hand "entlässt" die Aufgaben in gesellschaftliche Verantwortung, u.U. mit Kontrollrechten (s. Telekom, Bahn). 2. formelle P.: die öffentliche Hand bedient sich für den Vollzug der Handlungsformen des Privatrechts, z.B. indem sie eine GmbH gründet. Dies ist auch möglich für die Zusammenarbeit mit Privaten (Public Private Partnership) oder als Instrument der Verwaltungszusammenarbeit (z.B. Flughafen-GmbH, getragen von den örtlichen Gebietskörperschaften). 3. Vermögensprivatisierung: nicht benötigte Vermögensgegenstände, z.B. Grundstücke, Aktien, werden veräußert. Outsourcing könnte als "Teilprivatisierung" bezeichnet werden, es werden Teilleistungen von anderen bezogen ("Fremdvergabe"), damit verringert sich die Leistungstiefe, Aufgabe und (Gesamt-)Verantwortung bleiben aber in öffentlicher Hand. Die begrifflichen Abgrenzungen werden zunehmend schwieriger, wenn mit ausgebauter Kosten- und Leistungsrechnung - KLR Teilleistungen auf andere öffentliche Einrichtungen gegen Kostenerstattung übertragen werden, also "Outsourcing" auf andere öffentliche Einrichtungen stattfindet, die dabei u.U. im Wettbewerb mit privaten Anbietern auftreten.
29.04.2002Carlin
Siehe auch: Outsourcing


Single Sourcing

Outsourcing mit langfristiger und enger Bindung an einen Lieferanten / Outsourcer, um Koordinationsaufwand und damit Transaktionskosten zu verringern und den Qualitätsanforderungen besser gerecht zu werden. Oft notwendige Konsequenz bei der Einführung von TQM.
29.04.2002Carlin
Siehe auch: Total Quality Management (TQM), Outsourcing