Bibliothekarisches Glossar

Startseite - Alphabetische Liste - Suchen

Ausleihe

Kontext: Benutzung

Zulassung zur Bibliotheksbenutzung

Die Zulassung zur Bibliotheksbenutzung hängt von bestimmten Voraussetzungen und, je nach dem Zweck und den Aufgaben der Bibliothek ab. Öffentliche Bibliotheken stehen allen Einwohnern der Stadt oder Gemeinde offen und lassen meist auch Interessenten zu, die ihren Wohnsitz nicht am Ort haben. Dies variiert von Bibliothek zu Bibliothek. Möchten Minderjährige eine öffentliche Bibliothek nutzen ist eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten nötig. In ihrem Bestand unterscheiden sich öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken stark. Denn wissenschaftliche Bibliotheken haben die Aufgabe der wissenschaftlichen Arbeit sowie der beruflichen Arbeit und Fortbildung zu dienen. Interessenten die Literatur zur Unterhaltung suchen werden hier abgewiesen. Universitäts- und Hochschulbibliotheken sind in der Regel dazu da, den Informations- und Literaturbedarf der Angehörigen solcher Institutionen abzudecken. Also Studenten, Professoren, Lehrbeauftragte nutzen überwiegend diesen Bibliothekstyp. Zusätzlich werden Interessenten zugelassen, die nachweisen können, dass sie die gewünschte Literatur zu wissenschaftlichen Zwecken benötigen. Spezialbibliotheken werden nur von den Angehörigen der Institution (Behörde, Unternehmen, Forschungsinsitut) genutzt, der sie angeschlossen sind. In Ausnahmefällen können auch institutionsfremde Personen diesen Bibliothekstyp nutzen.
15.07.2002MG
Siehe auch: Benutzerordnung


Ausleihverbuchung

Als Ausleihverbuchung bezeichnet man das Verfahren der Zuordnung, der vom Benutzer gewünschten auszuleihenden Bücher mit dessen Benutzerdaten. Somit verfügt die Bibliothek über einen Nachweis, welche Bücher ein bestimmter Benuzter entliehen hat, welcher Benutzer hat ein bestimmtes Buch entliehen und welche Bücher sind an einem bestimmten Datum zur Rückgabe fällig. Bei Leihfristüberschreitung kann nun die Bibliothek aufgrund der Benutzerdaten das Mahnverfahren einleiten. Die Ausleiverbuchung kann vom Benutzer am Ausleihschalter durch das Bibliothekspersonal vorgenommen werden. Computergestütz werden die Bücher auf dem Benutzerkonto/Medienkonto verbucht. Als Nachweis über die ausgeliehen Bücher und Leihfristen wird dem Benutzer ein Beleg ausgehändigt. Sollte die Bibliothek über eine Selbstverbuchungsanlage verfügen, kann der Benutzer die gewünschten Bücher selbständig verbuchen.
15.07.2002MG
Siehe auch: Automatisierte Ausleihverbuchung


Automatisierte Ausleihverbuchung

In einigen Bibliotheken hat der Benutzer die Möglichkeit seine gewünschten Bücher selbständig zu verbuchen bzw. auszuleihen. Das verkürzt die Wartezeit bei der Ausleihverbuchung für die Benutzer. Zur automatisierten Ausleihverbuchung - auch als Selbstverbuchung bezeichnet - wird der Leseausweis benötigt. Der darauf enthaltene Strichcode wird von dem Selbstverbuchungsgerät erfasst und somit ist der Benutzer identifiziert, der Bücher ausleihen möchte. Nun können die Bücher erfasst werden. Dies geschieht mit einem Etikett, mit dem jedes Buch versehen ist. Auf dem Etikett ist in maschinenlesbarer Form zum Beispiel eine Mediennummer festgehalten, die vom Selbstverbuchungssystem ebenfalls eingelesen wird. Ist der Ausleihvorgang abgeschossen erhält der Benutzer einen Ausdruck auf dem die ausgeliehen Medien und die Leihfristen festgehalten sind.
15.07.2002MG
Siehe auch: Ausleihverbuchung


Benutzerausweis

Bei der Anmeldung des Benutzer in einer Bibliothek wird ein Benutzerausweis (Leseausweis o. Leserkarte) ausgehändigt. Neben der Unterschrift des Benutzers, der Benutzernummer (Lesernummer), ist meist ein Strichcode auf dem Benutzerausweis enthalten. Der Leseausweis berechtigt zur Nutzung der Bibliothek und ist für das Ausleihen von Büchern nötig. Einige Bibliotheken ermöglichen mit Hilfe des Leseausweises und einem Passwort die Verlängerung, Vormerkung von Büchern und Einsichtnahme auf das Benutzerkonto über das Internet. Der Leseausweis wird befristet ausgestellt. Die Fristen variieren von Bibliothek zu Bibliothek.
15.07.2002MG
Siehe auch: Homepage


Benutzerkonto

Bei der Anmeldung des Benutzers in der Bibliothek wird neben der Ausstellung eines Leseausweises, der Aufnahme der persönlichen Daten, ein Benutzer- bzw. Medienkonto angelegt. Auf diesem Konto werden alle ausgeliehen Bücher bzw. Medien mit den entsprechenden Leihfristen des Benutzers nachgewiesen. Somit kann der Benutzer sich selbst informieren, welche Bücher er ausgeliehen hat und wann diese an die Bibliothek zurückgegeben werden müssen. Diese Kontoabfrage kann von Terminals oder PCs in der Bibliothek vorgenommen werden. Viele Bibliotheken bieten neben dieser Möglichkeit auch eine passwortgeschützte Online-Abfrage über das Internet an.
15.07.2002MG
Siehe auch: Zulassung zur Bibliotheksbenutzung


Benutzerordnung

Die Benutzerordnung einer Bibliothek wird vom Träger festgelegt. Sie regelt die Bedingungen, unter denen die Bestände und Dienstleistungen einer Bibliothek in Anspruch genommen werden können. Im einzelnen sind dies: Rechte und Pflichten des Benutzers, Gebühren, Öffnungszeiten, kostenpflichtige Dienstleistungen der Bibliothek. Mit der Zulassung, meist mit dem Ausstellen eines Leseausweises, verpflichtet sich der Nutzer die Bibliotheksordnung einzuhalten.
15.07.2002MG
Siehe auch:


Gebühren

Die Benutzung einer Bibliothek, bei der normale Dienstleistungen in Anspruch genommen werden, ist kostenlos. Gebühren fallen nur bei besonderen Dienstleistungen an, wie zum Beispiel Fernleihe oder Kopierdiensten. Ferner können Gebühren erhoben werden bei Austellung eines Ersatzleseausweises, Überschreitung der Leihfrist und Beschädigung der ausgeliehen Bücher.
15.07.2002MG
Siehe auch: Mahnung


Handapparat

Der Handapparat ist eine Bücherzusammenstellung zu einem Themenbereich. Diese wird gesondert bereitgestellt und ist meist nicht entleihbar. Häufig werden Handapparate von Professoren für eine bestimmte Lehrveranstaltung oder Themenbereiche zusammengestellt.
15.07.2002MG
Siehe auch:


Kopier- und Fotodienst

Für die Benutzer stehen in den meisten Bibliotheken Kopierautomaten zur Verfügung. Diese können mit Münzen oder Kopierkarten betrieben werden. Besonders wertvolle, alte und seltene Bücher dürfen nicht kopiert werden. Hier steht die Bestandserhaltung im Vordergrund. Große, meist wissenschaftlichen Bibliotheken verfügen über einen Kopierdienst. Dessen Aufgabe ist es, die über Fernleihe bestellten Aufsätze aus Fachzeitschriften zu vervielfältigen. Manche Bibliotheken bieten zusätzlich noch einen elektronischen Kopierdienst an. Hier kann der Benutzer von elektronischen Dokumenten Kopien anfertigen lassen. Der Fotodienst (Fotolabor) bietet dem Benutzer an Hochglanzfotos, Farbfotos oder Mirkofilme von Abbildungen oder Texten aus den Beständen der Bibliothek anzufertigen.
15.07.2002MG
Siehe auch:


Leihfrist

Die Leihfrist gibt den Zeitraum an, in dem die Bücher für den Benutzer zum Gebrauch zur Verfügung stehen. Die Leihfrist beträt in der Regel vier Wochen, bei Zeitschriftenbänden zwei Wochen. Die Leihfristen und die ausleihbaren Bestände variieren von Bibliothek zu Bibliothek.
15.07.2002MG
Siehe auch: Gebühren


Leihschein

Das Bestell- bzw. Ausleihverfahren mit Hilfe eines Leihscheines (Bestellschein) ist nur noch in einigen wenigen Bibliotheken gebräulich. Heute werden computergestützte Verfahren angewendet. Der Leihschein ist ein vorgedrucktes, dreiteiliges Papierstück auf dem die Benutzerdaten und die bibliographischen Angaben des zu entleihenden Buches verzeichnet werden. Der Stammabschnitt des Bestellscheins enthält die Angaben über das gewünschte Buch und den Benutzer/Besteller. Die beiden anderen Abschnitte (Lösch- und Kuponabschnitt) enthalten jeweils die Signatur des Buches. Wird ein Buch ausgeliehen dient der Stammabschnitt und Löschabschnitt gemeinsam als Leihschein und wird in die Benutzerkartei eingeordnet. Der Kuponabschnitt wird in das Kuponregister eingefügt. Diese Register ermöglicht anhand der Signatur die Feststellung der zugehörigen Benutzer und Leihfrist. Gibt der Benutzer die Bücher in der Bibliothek zurück, erhält er den Stammabschnitt als Beleg für die Rückgabe des Buches. Der Kupon im Kuponregister wird mit Hilfe der auf dem Löschabschnitt verzeichneten Signatur gezogen und vernichtet.
15.07.2002MG
Siehe auch: Automatisierte Ausleihverbuchung


Leseausweis

16.07.2002MG
Siehe auch: Benutzerausweis


Mahnung

Gibt der Benutzer seine ausgeliehen Bücher nicht innerhalb der Leihfrist an die Bibliothek zurück, wird ein Mahnverfahren eingeleitet. In bestimmten Abständen ergeht an den Benutzer die erste, zweite und dritte Mahnung. Verbunden mit den Mahnschreiben ist ein gestaffelte Gebühr, die sich mit der Anzahl der Mahnungen erhöht. Haben diese Schreiben keinen Erfolg und der Benutzer bringt die Bücher nicht zurück, wird ein Einziehungsverfahren (Vollstreckungsverfahren) eingeleitet. Dieses wird bei den zuständigen kommunalen oder staatlichen Behörden von der Bibliothek beantragt. Die beauftragte Institution treibt zwangsweise die ausgeliehen Bücher bzw. deren Gegenwert und die Kosten des Mahnverfahrens beim Benutzer ein. Meist werden Benutzer die mit Vollstreckungsverfahren belastet sind, von der Bibliotheksbenutzung ausgeschlossen.
16.07.2002MG
Siehe auch: Gebühren


Reader-Printer

Ein Reader-Printer ist ein Lese- und Kopiergerät für Mikroformen. Hier kann der Benutzer von z.B. Mikrofiches Rückvergrößerungen von einzelnen Texten erstellen und diese auf Papier ausdrucken.
15.07.2002MG
Siehe auch: Mikrofiche, Mikrofilm, Mikroformen


Verlängerung und Vormerkung

Die Leihfrist gibt den Zeitraum an, in dem die Bücher für den Benutzer zum Gebrauch zur Verfügung stehen. Die Leihfrist beträt in der Regel vier Wochen, bei Zeitschriftenbänden zwei Wochen. Die Leihfristen und die ausleihbaren Bestände variieren von Bibliothek zu Bibliothek.
15.07.2002MG
Siehe auch: