Bibliothekarisches Glossar

Startseite - Alphabetische Liste - Suchen

Organisation und Konzeption

Die Begriffe in dier Kategorie stehen im Kontext der Organisation, des Aufbaus und der Konpzeption von Bibliotheken. Außerdem werden grundlegende Definitionen gegeben.

Unterkategorien

Bibliotheksverwaltung Qualitätsmanagement Outsourcing Leistungsmessung Bibliothekarische Kooperationen Bibliothekarische Verbände & Vereine Finanzierung in Bibliotheken

Ablauforganisation

= "funktionale Organisation" (KGSt) = "Detailorganisation" = "Prozessorganisation": "Wie, wann, wo, womit wird die Aufgabe erfüllt?" Derjenige Teil der Organisationsstruktur, der auf der Aufbauorganisation ("wer macht was?") aufbauend weitere Einzelheiten dauerhaft regelt, z.B.: Gliederung der Arbeit in einzelne Schritte, zeitliche Reihenfolge der Arbeitsschritte, Einsatz von Sachmitteln (Büromaschinen, aber auch Vordrucke, die ein wichtiges Instrument der Ablaufgestaltung sind!), räumliche Gliederung des Arbeitsprozesses, usw. Heute wird der Gestaltung der Ablauforganisation ("Geschäftsprozessoptimierung") zeitlicher und sachlicher Vorrang vor der Gestaltung der Aufbauorganisation eingeräumt, weil nur so die Gestaltungspotenziale ausgeschöpft werden können. Eine moderne Sichtweise ist die Geschäftsprozessoptimierung.
29.04.2002Carlin
Siehe auch: Aufbauorganisation


Aufbauorganisation

= "Institutionelle Organisation": "Wer macht was?": das Grundgefüge, die Verteilung der Aufgaben auf Aktionseinheiten, also insbesondere die Bildung von Stellen, Referaten, Abteilungen, und die Festlegung der Beziehungen zwischen ihnen. Konkretere Regelungen (der "Prozesse") enthält die Ablauforganisation. Bisher wurde die Gestaltung der Aufbauorganisation als Voraussetzung für die Gestaltung der Abläufe betrachtet. Nach modernem Verständnis ist die Gestaltung der Prozesse, die Ablauforganisation, die vorrangige Gestaltungsaufgabe. Nur sie gewährleistet die Produktorientierung und die Erreichung der übrigen Ziele (Produktqualität, Kundenorientierung, Kostengünstigkeit usw.).
29.04.2002Carlin
Siehe auch: Ablauforganisation


Benutzerorientierung

Die Benutzerorientierung ist ein wichtiges Merkmal der Leistung einer Bibliothek. Die differenzierten Literatur- und Informationsbedürfnisse und die Arbeitsgewohnheiten der Benutzer und Benutzergruppen im Umfeld der Bibliothek müssen maßgebend sein für die Art und Inhalt des Bestandes und der Informationsangebote der Bibliothek. Durch Methoden des Marketing wird versucht, Bedürfnisse und Erwartungen der Bentuzerschaft festzustellen, im Leistungsangebot der Bibliothek zu berücksichtigen und diese durch geignete Maßnahmen bekanntzumachen. Es geht also vor allem um ein nachfrageorientiertes Medienangebot. Allerdings darf durch die Erfüllung aktueller oder spezieller Benutzerwünsche die Qualität und Ausgewogenheit des Bestandes nicht beeinträchtigt werden.
06.05.2002Carlin
Siehe auch: Marketing, Bestandaufbau


Bibliothek

Unter einer Bibliothek (das Wort ist, ähnlich wie Bibliographie', dem Griechischen entlehnt und bedeutet soviel wie Buchablage, Buchbehälter) versteht man nicht allein das Gebäude bzw. die Räumlichkeiten, die zur Aufbewahrung von Büchern bestimmt sind, sondern auch alle Einrichtungen, die zum Zwecke einer ordnungsmäßigen Betreuung der Bücher mit einem solchen Bücherhaus verbunden sein müssen. So verstanden, erhält das Wort Bibliothek einen viel umfassenderen Sinn, und wir meinen damit nach ARNIM GRAESELs Definition "eine zum Zweck öffentlicher oder privater Benutzung aufgestellte Sammlung von Büchern". In Deutschland ist schon früh neben die den alten Sprachen entlehnte Bezeichnung die deutsche Form "Bücherei" getreten, doch ohne sich als Ersatz für das Fremdwort einzubürgern. Sie ist heute vorwiegend solchen Anstalten vorbehalten, die entweder, wie die Volksbüchereien, ausgesprochene Bildungsbibliotheken sind, oder doch, wie die im Laufe der letzten fünfzig Jahre vielfach entstandenen Anstalten mit gemischten Beständen, die sogenannten "Einheitsbüchereien", den Volksbüchereien nach Wesen und Aufgabe vielfach nahestehen.
29.04.2002Carlin
Siehe auch:


Bibliotheksarten

Will man sich über die verschiedenen Arten von Bibliotheken Rechenschaft geben, so muß man versuchen, sie nach bestimmten Gesichtspunkten zu gliedern. Für eine solche Gliederung ergeben sich zwei Möglichkeiten: die nach dem Unterhaltsträger oder Besitzer der Bibliothek und die nach dem Charakter, mit anderen Worten nach der Art ihrer Aufgaben. Im ersten Falle unterscheiden wir ehemalige Reichsbibliotheken, Staats- (oder Landes-) und Stadtbibliotheken; Kirchen- und Schulbibliotheken, Bibliotheken, die im Besitz von Vereinen und Körperschaften sind und endlich solche, die wir als privates Eigentum anzusprechen haben. Die Frage nach Aufgabe und Charakter der Bibliotheken führt zu einer dreifachen Gliederung: allgemein-wissenschaftliche Bibliotheken, fachwissenschaftlich begrenzte Bibliotheken und Bildungs- oder Volksbüchereien. Die beiden erstgenannten Arten dienen in mehr oder weniger weitem Umfange wissenschaftlicher Lehre und Forschung; die dritte Gruppe hat die Aufgabe, dem allgemeinen Lese- und Bildungsbedürfnis Rechnung zu tragen.
29.04.2002Carlin
Siehe auch:


Evaluierung

Vier Methoden eignen sich besonders für die Evaluation von öffentlichen Bibliotheken. Diese sind: die zielorientierte Methode, die Management-orientierte Methode, die fachlich orientierte Methode und die natürliche und Teilnehmer-orientierte Methode. Mit dem Nachlassen des Interesses an Standards für Bibliotheken (die fachlich orientierte Methode) rückte die zielorientierte Methode in den Vordergrund, mit einem Schwerpunkt auf Leistungsmessung. Die zielorientierte Methode erlaubt jedoch weder den Vergleich zwischen Institutionen noch eine Bewertung der Qualität. Diese Probleme sind immer noch aktuell, und der Berufsstand muß die Verantwortung für die Entwicklung von Bewertungskriterien übernehmen und Wege finden, Bibliotheken bei der Anwendung der Kriterien für die Evaluation und Entscheidungsfindung zu unterstützen.
29.04.2002Carlin
Siehe auch: Zielorientierte Methode, Managementorientierte Methode, Fachlich orientierte Methode, Natürliche und Teilnehmer-orientierte Methode


Magazin

Zwei Hauptprobleme sind es, die zu lösen dem modernen Bibliotheksbau vorbehalten blieben. An erster Stelle steht die Notwendigkeit, für die immer mehr anwachsenden Büchermassen neue Aufstellungsmöglichkeiten zu schaffen. Diese Bestrebungen führen um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zur Überwindung des Saalsystems. Das wesentliche Kennzeichen dieser weiteren Entwicklung ist, daß jetzt nicht mehr in erster Linie die Wände, sondern mehr und mehr das Rauminnere für die Aufstellung der Bücher nutzbar gemacht wird. Man stellt jetzt die Regale, am vorteilhaftesten paarweise mit der Rückseite aneinander, in den Raum hinein, und zwar senkrecht auf die Wandflächen zwischen den Fenstern, so, daß das Tageslicht zwischen zwei Regalpaare einfallen kann. Die Höhe des einzelnen Büchergeschosses wird - und das ist ein weiterer wichtiger Fortschritt gegen früher - so bemessen, daß auch die zuoberst stehenden Buchreihen ohne Leiter bequem erreichbar sind; die Höhe der einzelnen Geschosse beträgt demgemäß etwa 2,20 m. Mehrere solcher Geschosse übereinander gelagert, bilden ein Magazinsystem.
29.04.2002Carlin
Siehe auch:


Marketing

Darunter versteht man alle Tätigkeiten, die darauf gerichtet sind, die Öffentlichkeit über die Arbeit der Bibliothek zu informieren und Leser zu gewinnen. Marketing soll Intersse wecken und das Leistungsangebot der Bibliothek bekanntmachen. Beispiele für Marketing sind Schaukästen, Schaufenster, Plakete, Handzettel, Tragetaschen oder Zeitungsanzeigen. Für die Gestaltung dieser Werbemittel wurde ein einheitliches Konzept entwickelt. Herstellung und Vertrieb der Materialien erfolgt durch die ekz in Reutlingen.
06.05.2002Carlin
Siehe auch: