Bibliothekarisches Glossar

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Überregionale Literaturversorgung

Kategorie: Bibliothekarische Kooperationen
Das System der überregionalen Literaturversorgung existiert seit über 50 Jahren und wurde während dieser Zeit kontinuierlich ausgebaut und den aktuellen Bedürfnissen der Forscher angepasst. Das System wurde aus der Finanznot der wissenschaftlichen Bibliotheken nach dem Zweiten Weltkrieg geboren, griff dabei aber auf ältere Traditionen zurück, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen. 1949 wurden die ersten Beschaffungsrichtlinien und der erste Verteilungsplan erarbeitet und damit die noch heute gültigen Prinzipien des System der kooperativen Erwerbung und Bereitstellung festgelegt. In den 70er Jahren zeigte die Denkschrift zur Überregionalen Literaturversorgung von Wissenschaft und Forschung in der Bundesrepublik Deutschland Leitlinien für eine Reform der Sammelrichtlinien und Ausweitung der Dienstleistungsangebot auf. Die Wiedervereinigung Deutschlands und die rasche Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien machten eine weitere Überarbeitung des Systems der überregionalen Literaturversorgung notwendig. So wurde die Zahl der beteiligten Bibliotheken durch die Aufnahme von Einrichtungen in den neuen Bundesländern erhöht. Dies erforderte eine grundlegende Neustrukturierung des Sondersammelgebietsplans, da eine Reihe von Sammelschwerpunkten verlegt wurde. Die entsprechenden Empfehlungen wurden in ein Memorandum zur Weiterentwicklung der Überregionalen Literaturversorgung aufgenommen.
22.05.2002
Siehe auch: Kooperative Literaturerwerbung

Überregionale Literaturversorgungssystem

Kategorie: Erwerb
Kernelement der Förderung zur Bereitstellung fachorientierter wissenschaftlicher Informationen ist das System der überregionalen Literaturversorgung. Über 60 leistungsfähige wissenschaftliche Bibliotheken tragen auf der Grundlage einer definierten Aufgabenstellung ein kooperatives System von fachlich und regional gegliederten Sammelschwerpunkten. Aufgabe dieser Bibliotheken ist es, systematisch Spezialsammlungen aufzubauen und die Literatur dienstleistungsorientiert und anforderungsgerecht für die überregionale Nutzung zur Verfügung zu stellen. Von den Bibliotheken ist dabei nicht nur die Nachfrage nach Literatur für die aktuelle Forschung, sondern auch der in Zukunft voraussichtlich zu erwartende Literaturbedarf (Reservoir-Funktion) in Rechnung zu stellen. Deshalb ist der Sammelauftrag umfassend formuliert und schließt alle Informationsträger im weitesten Sinne ein (Bücher, Zeitschriften, Mikroformen, CD-ROMs).Das System ruht auf drei Pfeilern, den:Universalbibliotheken mit Sondersammelgebieten (Sondersammelgebietsbibliotheken) wissenschaftlichen Spezialbibliotheken Zentralen Fachbibliotheken.
04.05.2002
Siehe auch: Kooperative Erwerbung

Überregionaler Leihverkehr

Kategorie: Fernleihe
Die Förderung von Forschung und Lehre sowie die Vermittlung von wissenschaftlicher Literatur für Ausbildung, Fort- und Weiterbildung, ist die Aufgabe des Überregionalen Leihverkehrs. Der Benutzer teilt der Fernleihstelle der Bibliothek seinen Literaturwunsch mit. Die Fernleihstelle ist meist nur in größeren Bibliotheken vorhanden und hat die Aufgabe den täglichen Leihverkehr abzuwickeln. In kleineren Bibliotheken hilft das Bibliothekspersonal bei der Beschaffung nicht am Ort vorhandener Literatur. Die Bestellung des Benutzers wird nun nach dem Regionalprinzip abgearbeitet. Das heißt: erst sind alle Möglichkeiten der Literaturbeschaffung in der Region auszuschöpfen, bevor die Literatur bei überregionale Bibliotheken beschafft wird. Trifft die Literatur bei der bestellenden Bibliothek ein, wird der Benutzer benachrichtigt und die Bücher können abgeholt werden. Für diese Dienstleistung hat der Benutzer eine geringe Gebühr an die Bibliothek zu entrichten. Der Überregionale Leihverkehr wird auf Grund der roten Farbe des Bestellscheins auch "roter Leihverkehr" genannt. Zu beachten ist, dass die ortsansässige Bibliothek eine offizelle Zulassung zur Teilnahme am Überregionalen Leihverkehr besitzen muss. Teilnehmen können allgemein zugängliche Wissenschaftliche und Öffentliche Bibliotheken. Die Zulassung erhalten sie vom Wissenschafts- oder Kultusministerium des jeweiligen Landes. Die Durchführung des Überregionalen Leihverkehrs wird geregelt auf der Grundlage der Leihverkehrsordnung (LVO) der Kultusministerkonferenz.
15.07.2002
Siehe auch: